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Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt QualiTeE.N untersucht die Nachhaltigkeit der Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte, Leitungskräfte sowie Prozessbegleitungen. Das Projekt umfasst die Entwicklung und Durchführung einer Fragebogenerhebung zur Evaluation der prozessbegleitenden Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften in Kita-Teams. Es wird dabei die Implementierung des Förderansatzes ´Sprachbildung und Sprachförderung´ in der Perspektive der Nachhaltigkeit evaluiert. Dabei werden Daten zu zwei Messzeitpunkten erhoben und in quantitativer Analyse ausgewertet. Ein flankierendes Coaching für die Fachkräfte der Prozessbegleitung, der Kita-Leitung und der Fachberatung bilden einen weiteren Bestandteil des Projekts. Zusätzliche Teamer-Fortbildungen (Train the Trainer) in den Themenbereichen Sprachbeobachtung, Sprachbildung, Sprachförderung und Teamprozesse unterstützen das Projekt aus wissenschaftlicher Perspektive. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Wirksamkeit prozessbegleitender Maßnahmen für die Implementierung von Sprachbildung und Sprachförderung in den Kita-Teams geben.

Theoretischer Hintergrund

Sprachlich-kommunikative Kompetenzen werden heute als Schlüsselqualifikationen zur Teilhabe an der Gesellschaft und an Bildungschancen betrachtet. Diesbezüglich weisen Jampert et al. (2005) auf die wichtige und herausfordernde Aufgabe von ErzieherInnen hin, den Anteil der Kindergartenkinder, die Probleme im Prozess der Sprachentwicklung aufweisen, professionell zu unterstützen. Dabei muss sich die Erzieherin als „Expertin der Sprachlichkeit im Alltag“ (Steiner 2006, 10) verstehen. Es ist notwendig, die Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte im Hinblick auf Sprachbildung und Sprachförderung auszubilden und in den Einrichtungen als Konzept zu implementieren. Im Gegensatz zu Deutschland (vgl. hierzu Lüdtke & Kallmeyer 2007) existieren z. B. in den USA bereits viele erfolgreich angewendete Leitlinien zum Umgang mit früher Intervention im Spracherwerb (American Speech-Language-Hearing Association 2008).

Ausgangspunkt eines präventiven Konzeptes ist die ganzheitliche Förderung im frühkindlichen Spracherwerbsprozess. Dabei steht die Kompetenzorientierung und die Förderung der Zone der nächsten Entwicklung (Wygotski 1987) im Vordergrund. Die präventiv-pädagogische Förderung verfolgt zwei Ansätze, die verbunden geplant und durchgeführt werden müssen (Niedersächsisches Kultusministerium 2011):

  • Sprachbildungals systematische Integration in den Alltag der Kinder in der vorschulischen Einrichtung – ist eine bedeutsame Aufgabe aller pädagogischen Fachkräfte im Alltag der Elementarerziehung.
  • Sprachförderungals gezielte Intensivierung von Sprachbildung und präventive Intervention – wird dann angeboten, wenn bei Kindern spezifische Förderbedarfe identifiziert und daraus abgeleitete Fördermaßnahmen adressiert werden.

Eine wirksame Konzeptualisierung von Sprachbildung und Sprachförderung muss in multiprofessionell gestützter Teamarbeit (u. a Krenz 2004) erfolgen, da der Spracherwerb in allen Lern- und Bildungsprozessen der frühen Kindheit enthalten ist und alle Bezugspersonen des Kindes damit eingebunden sind. Die präventive sprachliche Intervention darf nicht allein an externe Expertinnen und Experten delegiert werden, sondern ist Aufgabe aller an der Erziehung beteiligten Personen. Sozialpädagogische Fachkräfte, Sprachförderfachkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie Grundschullehrkräfte und SprachtherapeutInnen weisen besondere Kompetenzen auf, die es in der kooperativen synergetischen Zusammenarbeit zu nutzen gilt. So kann die vorschulische Einrichtung mit ihren eigenen Fachkräften bei entsprechender Qualifizierung und interdisziplinärer Unterstützung befähigt werden, die präventive Arbeit selbst durchzuführen (Bundschuh et al. 2002).

Projektziele

Folgende forschungsleitende Fragen sollen beantwortet werden:

  • Wie können ProzessbegleiterInnen (Sprachförderfachkräfte) in den Qualifizierungsprozess von Kindertagesstätten-Teams vorteilhaft eingebunden werden und welche Unterstützung muss wiederum für die ProzessbegleiterInnen bereitgestellt werden?
  • Welche Effekte zeigen sich im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme aus der Selbst- und Fremdbeobachtung der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten-Teams, der Kindertagesstätten-Leitungen sowie der ProzessbegleiterInnen (Sprachförderfachkräfte) im Sinne der Nachhaltigkeit?

Ziel ist es, durch die Verschränkung aller Untersuchungsergebnisse die Effektivität des Qualifizierungsprogramms nachzuweisen. Die Ergebnisse der Studie sollen einen belegten Beitrag im wissenschaftlichen Diskurs über geeignete Sprachbildungs- und Sprachförderkonzepte im Elementarbereich liefern. Dabei wird besonders die Verknüpfung von Entwicklungsprozessen im Team mit den Begleitungs- und Unterstützungsprozessen durch Führungspositionen und ExpertInnen fokussiert. Insbesondere die Nachhaltigkeit des Projektes soll sowohl gefördert als auch evaluiert werden.

Methodik/Design

Stichprobe

Die Qualifizierungsmaßnahme wird folgenden Umfang annehmen:

  • 4 Kindertagesstätten, 3 Kinderläden  und 1 Familienzentrum
  • ca. 46 pädagogische Fachkräfte
  • 5  Leitungen
  • 6 ProzessbegleiterInnen (Sprachförderfachkräfte)

Erhebungsplan

Das Forschungsdesign besteht aus quantitativen und qualitativen Elementen und ist in zwei Säulen der wissenschaftlichen Begleitung strukturiert:

Erhebungsinstrumente

Die Evaluation erfolgt (quantitativ) anhand einer Fragebogenerhebung zu zwei Messzeitpunkten. Es werden zunächst Daten hinsichtlich der Bewertung der Qualifizierungsmaßnahme aus unterschiedlicher Teilnehmersicht erhoben. Außerdem wird die Selbstbeurteilung der eigenen Kompetenzen sowie Kompetenzveränderungen der teilnehmenden pädagogischen Fachkräfte, der KiTa-Leitungen sowie der Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter ermittelt. Ferner wird mit der Befragung exploriert, welche Effekte tatsächlich hinsichtlich der Verfügbarkeit einschlägiger Kenntnisse vorliegen, welche geeigneten pädagogischen Haltungen und Teamstrukturen gebildet wurden und welches Handlungsrepertoire erweitert und differenziert werden konnte. Der Teamentwicklungsprozess wie auch die Rollen der Leitungen und der ProzessbegleiterInnen werden mit besonderer Beachtung in die Analyse einbezogen.

Flankierend wird der Qualifizierungsprozess (qualitativ) durch fokussierte Auswertungen von Coaching-Prozessen untersucht.