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Studieninhalt und berufliche Perspektiven

Die Sonderpädagogik beschäftigt sich mit dem Gebiet der Erziehung, Bildung, Rehabilitation und gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen, die unter erschwerten Entwicklungsbedingungen leben und besonderen Förderbedarf beanspruchen. Sonderpädagogik ist keine andere, besondere Pädagogik, sondern eine Pädagogik, die sich mit speziellen Fragestellungen zu besonderen Problemlagen beschäftigt.

Das fachwissenschaftliche Spektrum der Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover reicht von der Grundlagenforschung bis hin zu hochspezialisierten Forschungsfragestellungen, z.B. zur Entwicklungsbeobachtung, -analyse und -förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit spezifischen Beeinträchtigungen der Sprache, der Kommunikation, der geistigen Entwicklung und des Lernens oder problematischen Verhaltensweisen.

Mit dem Bachelor-Studium wird eine sonderpädagogische Grundausbildung gewährleistet, die in dem Studienabschluss als Bachelor of Arts (B.A.-Sonderpädagogik) einen praxisnahen, ersten berufsqualifizierenden Abschluss bietet. Die Einbindung erhöhter praktischer Anteile in das Studium und die Ausrichtung der Studieninhalte auf diese Praktika ermöglichen eine professionelle, wissenschaftlich fundierte Grundausbildung für sonderpädagogische Handlungsfelder, wie z.B. Frühförderung, vorschulische Sprachförderung, (Erziehungs-)Beratung, Behinderten-, Integrations- und Familienhilfe.
Der Studiengang umfasst Angebote aus den Grundlagenfächern der Allgemeinen und integrativen Behindertenpädagogik und der sonderpädagogischen Psychologie sowie aus den vier sonderpädagogischen Fachrichtungen (Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Lernens, Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und des Sprechens, Pädagogik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung sowie Pädagogik bei Beeinträchtigungen der sozialen und emotionalen Entwicklung).
Das Studienangebot setzt sich inhaltlich zusammen aus den fachwissenschaftlichen Grundlagen und Grundfragen der Sonderpädagogik sowie profilbildenden Studienschwerpunkten, die innerhalb der Module gewählt werden können und zu einer Profilbildung und Berufsqualifizierung beitragen. Im B.A. gibt es folgende berufsqualifizierende Profile:

  • Beratung
  • Lernen und Entwicklung
  • Sprachentwicklung und Sprachliche Bildung
  • Sprache und Kommunikation (Ziel Sprachtherapie)

Die profilbildenden Studienschwerpunkte im Überblick

Das Studium qualifiziert grundlegend für die Bereiche der sonderpädagogischen Diagnostik, Fallanalyse und dem Umgang mit und der Beurteilung von Förderkonzepten auf der Basis des angeeigneten Fachwissens. In das sonderpädagogische Studium integriert ist der Erwerb bzw. die Aneignung von sogenannten Schlüsselqualifikationen, wie die Fähigkeit zum wissenschaftlichem Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Recherche usw.

Die profilbildenden Schwerpunkte ermöglichen eine Spezifizierung der möglichen, sonderpädagogischen Handlungsfelder. So beinhaltet das Profil Beratung die Grundqualifikation der Gesprächsführung, des Konfliktmanagement (Mediation) und/oder der Gestaltung von Kooperationsprozessen, die bspw. zur Beratung von/mit Lehrern, Erziehern und Eltern genutzt werden kann.

Das Profil Lernen und Entwicklung spezifiziert zur Arbeit als Unterstützer von Lehrkräften bei der Beobachtung und Begleitung von Lernprozessen, bspw. in den Bereichen Schriftsprache und Mathematik, Mehrsprachigkeit, für die Begleitung des Übergangs von Schule zum Beruf sowie für eine außerschulische Entwicklungsbegleitung.

Das Profil Sprachentwicklung und sprachliche Bildung zielt vor allem auf die sonderpädagogischen Handlungsfelder der vorschulischen Sprachförderung, der Unterstützung und Beratung von verschiedenen, an den Entwicklungsprozessen beteiligten Institutionen ab und befähigt zur Anwendung von Screenings zur Erfassung der Sprachkompetenz aller Kinder der Schuleingangsphase sowie zur allgemeinen Sprachförderung und -therapie im Bereich sprachentwicklungsbedingter Beeinträchtigungen.

Das fachübergreifende Profil Sprache und Kommunikation legt einen Schwerpunkt im Bereich der Sprachtherapie (mit evtl. späterer Kassenzulassung). Mit dem Abschluss des Bachelor Sonderpädagogik mit dem Profil Sprache und Kommunikation und dem Zweitfach Angewandte Sprachwissenschaft besteht zudem die Möglichkeit eine Teilzulassung für den Bereich entwicklungsbedingter Störungen und Rhinolalien sowie Sprachstörungen bei hochgradiger Schwerhörigkeit und Cochlear Implantat Versorgung zu beantragen. Dafür sind die detaillierten Studienempfehlungen zu beachten, die Sie auf der Downloadseite des Instituts für Sonderpädagogik (unter dem Punkt Dokumente für GKV Zulassung im Schwerpunkt SKT) finden.  (http://www.ifs.phil.uni-hannover.de/dokumente-download.html) 1)

Mit dem erfolgreichen B.A.-Abschluss kann seit dem Wintersemester 2008/2009 auch die spezifische Zulassung zu einem der sonderpädagogischen Masterstudiengänge erworben werden, in denen eine vertiefende Auseinandersetzung mit den speziellen Fragestellungen der einzelnen sonderpädagogischen Fachrichtungen erfolgt. Wählbar ist ein Masterstudiengang mit schulischem Schwerpunkt (Lehramt für Sonderpädagogik; M.Ed.) und ein forschungsorientierter Studiengang, der für den außerschulischen Bereich qualifiziert (Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften; M.A.).

1) Nähere Informationen zur Berufstätigkeit im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung entnehmen Sie dem Merkblatt zum Studiengang auf der Download-Seite.

Aufbau des Studiums

Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester, insgesamt müssen 180 Leistungspunkte erworben werden. In den ersten beiden Studiensemester werden Module im Erstfach Sonderpädagogik und im Professionalisierungsbereich studiert. Mit der Wahl eines Zweitfaches ist eine Entscheidung für die weitere individuelle Ausrichtung des eigenen Studiums zu treffen. Im 3. Studiensemester wird dann das Studium des gewählten Zweitfachs begonnen. Ist die Aufnahme eines Master-Studiums im Anschluss an das Bachelor-Studium geplant, dann sind bereits während des Bachelor-Studiums die jeweiligen Regelungen bzw. Empfehlungen zum Zweitfach für den angestrebten Masterstudiengang Lehramt für Sonderpädagogik (M.Ed.) oder Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften mit den Studienschwerpunkten Lernförderung und Erziehungshilfe oder Sprach- und Kommunikationstherapie zu beachten. Der Zugang zum schulischen Masterstudiengang ist nur mit der Wahl eines der auf der Seite "Informationen zum Masterstudiengang Lehramt für Sonderpädagogik" aufgeführten Zweitfächer möglich. Die weiteren Bedingungen sind einzusehen unter: Zugangsordnung Master

Studienfächer

Der B.A.-Studiengang umfasst folgende drei Studienfächer:

  • Erstfach: Sonderpädagogik mit 90 Leistungspunkten (LP) (zzgl. Praktika mit 10 bzw. 15 LP (s.u.) und der Bachelor-Arbeit mit 15 LP)
  • Zweitfach: mit 30 LP: Deutsch, Evangelische Religion, Katholische Religion, Kunst, Mathematik, Musik, Sachunterricht, Sport und Geschichte. Das jeweilige Zweitfach muss im Masterstudiengang Lehramt für Sonderpädagogik weiter studiert werden. Das Zweitfach Musik wird von der Hochschule für Musik und Theater (HMT) angeboten. Eine Eignungsfeststellung gilt als Zugangsvoraussetzung. Informationen zum Fach Musik finden Sie hier.
    Für das Zweitfach Kunst erfolgt ebenfalls eine Eignungsfeststellung. Informationen dazu finden Sie hier.
    Auch das Fach Sport nimmt eine Eignungsüberprüfung vor, die bereits im Vorfeld des Studiums erfolgen muss. Informationen vom Fach finden Sie hier.
  • Es kann im Zweitfach auch eine Fachwissenschaft gewählt werden. Es ist hier das Zweitfach Angewandte Sprachwissenschaft mit 30 LP oder das Zweitfach Diversity Education – Interkulturelle Bildung und Beratung mit 30 LP wählbar.
  • Professionalisierungsbereich im Umfang von 30 LP: dieser Bereich umfasst das Fach Allgemeine Erziehungswissenschaft (15 LP) und die Wahlpflichtfächer Psychologie oder Soziologie (15 LP). Eines der beiden letzt genannten Fächer wird zu Beginn des Studiums ausgewählt.
  • Drei Praktika: in den Bachelor-Studiengang sind sehr hohe Praxisanteile mit einem Gesamtumfang von 15 LP integriert, die durch verschiedene Veranstaltungen fachwissenschaftlich begleitet werden. Ebenso ist ein Vorpraktikum für die Bewerbung zum Bachelor-Studiengang Sonderpädagogik nachzuweisen. Näherer Information hierzu im Abschnitt „Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung".
    2 Praktika sind im Erstfach Sonderpädagogik (zusammen 10 LP) zu absolvieren, das dritte Praktikum mit 5 LP kann ebenfalls im Erstfach Sonderpädagogik als „erstes orientierendes sonderpädagogisches Schulpraktikum“ oder in den Wahlfächern des Professionalisierungsbereichs als „Praktikum mit entwicklungspsychologischem Bezug“ bzw. als „Berufsfeldrelevantes Praktikum in einem nicht schulischem Berufsfeld“ (Soziologie) absolviert werden.

Modulübersicht des Erstfachs Sonderpädagogik

Basismodule

  • A - Grundlagen sonderpädagogischer Arbeitsfelder
  • B - gesellschaftliche, familiale und personale Perspektiven der Inklusion
  • C - Personenkreis und Gegenstandsbereich der Sonderpädagogik

Aufbaumodule

  • D - Beobachtung, Begleitung und Gestaltung von Entwicklungs- und Lernprozessen unter erschwerten Bedingungen
  • E - Kommunikation und Interaktion in sonderpädagogischen Arbeitsfeldern
  • F - Entwicklung und Entwicklungsbeeinträchtigung
  • G - Sonderpädagogische Prävention, Intervention und Rehabilitation
  • H - sonderpädagogische Handlungskompetenzen in bewegungsorientierten, musischen sowie kulturellen und künstlerischen Bereichen

Vertiefungsmodul

  • I - Wissenstransfer zu den Modulen A, C, D oder H

Modul Bachelor-Arbeit

Modulbeschreibungen

In den fachspezifischen Anlagen der Prüfungsordnung für den Studiengang ist eine detaillierte Auflistung über die Module des Erstfachs sowie der Zweitfächer und des Professionalisierungsbereichs einsehbar.

 Die Prüfungsordnung finden Sie auf der Seite der Universität.

Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung

Für die Aufnahme des Studiums muss die allgemeine Hochschulreife oder eine andere gleichwertige Zulassungsvoraussetzung erfüllt sein.
Das Studienfach Sonderpädagogik ist zulassungsbeschränkt (NC-Fach). Die Aufnahme in den Studiengang ist jeweils ausschließlich zum Wintersemester möglich. Bewerbungsfrist ist der 15. Juli.

Nachweis
Für die Zulassung gilt als weiteres Kriterium die Ableistung eines vierwöchigen Vorpraktikums an einer sonderpädagogischen / integrativen/ therapeutischen Einrichtung oder Schule oder der Nachweis einer entsprechenden pädagogischen Tätigkeit in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen. Hierzu ist das ausführliche Merkblatt zur Zulassung und Anerkennung des Vorpraktikums auf der Download-Seite zu beachten. Alle wichtigen Ordnungen, Formulare und Merkblätter finden sich unter dem Menüpunkt: "Studium > Download" Die Bewerbungsunterlagen für die Einschreibung in den Studiengang sind über das Immatrikulationssamt erhältlich.