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Projektziele

Projektidee

Das Projekt ‚Trickfilmsynchronisation mit Kindern‘ (Tricki) wurde bereits im Jahr 2016 im Rahmen der Feriencard-Aktion 2016 in der Kooperation mit der Stadt Lehrte nach einer Idee von Elena Lokshina durchgeführt. Dabei beschäftigen sich die teilnehmenden Kinder mit der deutschen Synchronisation von russischen Puppentrickfilmen unter Anleitung von Studierenden und Lehrbeauftragten mit einem speziell ausgearbeiteten Programm. Im begleitenden Forschungsprojekt wurde untersucht, wie sich die Beschäftigung mit dem Medium Trickfilm sowie die sprachliche Herausforderung durch die Synchronisierungsaufgabe auf die sprachlich-kommunikative Selbsteinschätzung der Kinder auswirkte. Die Projektidee wurde im Jahr 2017 erneut aufgegriffen und zur Verbesserung der Lehrqualität neu konzipiert.

Verbesserung der Lehrqualität

Das Projekt ‚Trickfilmsynchronisation mit Kindern‘ (Tricki) ermöglicht eine Angebotserweiterung und eine Erhöhung der Qualität der Lehrveranstaltungen im Masterstudiengang für das Lehramt für Sonderpädagogik sowie im Masterstudiengang Sonderpädagogik und Rehabilitationswissenschaften. Zugleich werden die Lehrveranstaltungen geöffnet für den Masterstudiengang Lehramt für Gymnasien und Lehramt für Sonderpädagogik im Fach Deutsch. Das primäre Ziel des Projektes ist der Aufbau vertiefter Kompetenzen der Studierenden in der Planung und Anwendung digitaler Medien im Bildungskontext. Studierende erwerben hierbei die Fähigkeit, den Einsatz und die Eignung spezifischer digitaler Medien zu beurteilen und diese Kenntnisse auf Lehr-Lernprozesse mit Schülerinnen und Schülern zu übertragen (Reber, 2016; Starke, Mühlhaus & Ritterfeldt, 2016). Explizit wird der mediale Einsatz von Laptops und spezieller Software für die audiovisuelle Bearbeitung von Trickfilm-Clips im Unterricht geschult.

Außerdem erlangen die Studierenden im Rahmen kooperativer Lehr-Lernstrukturen notwendige Erkenntnisse transdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese Form des gemeinsamen professionellen Handelns bildet eine wichtige Basis im inklusiven Unterricht (Stitzinger & Sallat, 2016). Dazu eignen sich Studierende aus verschiedenen pädagogischen, sonderpädagogischen und rehabilitativen Fachdisziplinen ein geeignetes Handlungsrepertoire für Team-Teaching im Kontext schulischer Inklusion an.

Überdies werden Kompetenzen der Studierenden im Bereich Beobachtung, Diagnostik und Förderung sprachlich-kommunikativer Fähigkeiten von Kindern spezifisch ausgebildet. Im Projekt wird eine strukturierte Theorie-Praxis-Verknüpfung verfolgt. Durch theoretische Recherchen und Vorarbeiten entwickeln die Studierenden Beobachtungs- und Förderkonzepte im Rahmen einer Trickfilmsynchronisation mit Kindern. In der praktischen Umsetzung mit Schülerinnen und Schülern wenden die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse gezielt an und setzen geeignete förderdiagnostische Konzepte gemeinsam um.

Darüber hinaus eröffnet das Projekt den Studierenden die Beteiligung an einer flankierenden empirischen Erhebung im Rahmen verpflichtender Projektarbeiten. Unter ausgewählten wissenschaftlichen Fragestellungen werden qualitative Befragungsmethoden mit Kindern sowie Videosequenzanalysen der Synchronisierungsarbeit durchgeführt. Insgesamt wird durch das Projekt der Praxistransfer universitärer Inhalte gezielt verbessert (Münster, 2017).

Anbindung an die Praxis

Schülerinnen und Schüler mit heterogenen sprachlich-kommunikativen Ausgangs- und Entwicklungsmöglichkeiten (Kinder mit und ohne sprachlich-kommunikative Beeinträchtigungen, ein- und mehrsprachige Kinder) erproben wirkungsvoll ihre Sprache im Rahmen der Trickfilmsynchronisation und erzeugen durch die Anwendung digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten ein eigenes audio-visuelles Produkt. Die Synchronisierungsarbeit soll den Schülerinnen und Schülern sowohl Einsichten in den konstruktiven Einsatz digitaler Medien verschaffen als auch ein selbststärkendes Erleben durch die Kooperation in der Gruppe ermöglichen, das zu mehr (sprachlichem) Selbstvertrauen führen kann (Lüdtke, 2012).

Gesellschaftlich-kulturelle Vernetzung

Die Synchronisierung russischer Puppentrickfilme des russischen Kinderbuchautors Grigoriy Oster besitzt durch die künstlerische Darstellung sowie durch den sprachlichen Wortwitz und die Dialoge einen hohen Aufforderungscharakter für Kinder. Explizit setzen sich die Kinder mit (mehr)sprachlichen Konstrukten und implizit mit interkulturellen, künstlerischen Aspekten auseinander (Weschke-Scheer, 2013). Die Bearbeitung der Trickfilme erfolgt in der Kooperation mit dem Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. sowie in weiteren Vernetzungen mit dem Freizeitheim Vahrenwald und mit der Musikschule Goryanski in der Stadt Hannover.