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Lehre & Studium

Linguistische Analyse I - Vorlesung (WiSe) (1.C.1) (Müller-Brauers)

Dieses Modul beschäftigt sich mit dem kindlichen Spracherwerb aus sprachanalytischer und linguistischer Perspektive unter Einbezug von sprachlichen Lernprozessen unter erschwerten Lern- und Entwicklungsbedingungen von der frühen Kindheit bis zum Schulalter. Dazu werden nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse zur kindlichen Sprachentwicklung aus ein- und mehrsprachiger Perspektive vorgestellt, sondern auch die einzelnen Teilbereiche des Spracherwerbs unter Einbezug verschiedener Theorien der Spracherwerbsforschung systematisch beleuchtet und mit interdisziplinären Fragestellungen verbunden. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Anwendung des theoretischen Wissens zur Analyse von kindlichen Sprachdaten und der daraus abzuleitenden diagnostischen Einordnung. Dazu werden Grundlagen in den linguistischen Teilgebieten Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Lexik und Semantik vertieft und verschiedene diagnostische Formen zur Erfassung des kindlichen Sprachstandes am Beispiel von ausgewählten Sprachdaten dargestellt, angewandt, diskutiert und reflektiert. Das Modul gibt zudem einen Ausblick auf die schriftsprachliche Entwicklung von Kindern. So wird die Ausdifferenzierung des sprachlichen Wissens von Kindern in Folge der Schriftaneignung und durch unterschiedliche Bedingungen des Schrifterwerbs in der Vor- und Grundschulzeit thematisiert und mit diagnostischen Fragen in Beziehung gesetzt.

Linguistische Analyse II - Übungen (WiSe) (1.C.1) (Diroll & Potthast); Formen und Aspekte der Kinder- und Jugendliteratur (SoSe) (1.C.1) (Müller-Brauers)

Das Modul rückt den Einsatz von Kinder-und Jugendliteratur (KJL) im inklusiven Deutschunterricht in den Mittelpunkt und stellt die Relevanz der rezeptiven und produktiven Auseinandersetzung mit Formen der KJL im Kontext von Bildung, Gesellschaft, kindlichen Lebenswelten und Heterogenität dar. Das Modul beschäftigt sich mit der Rolle von KJL in der außerschulischen und schulischen Sozialisation von Kindern und behandelt ihre Gattungen, Genres, Inhalte und medialen Facetten. Darüber hinaus wird die Bedeutung der KJL im ein- und mehrsprachigen Literacy-Erwerb von Kindern erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt neben literaturtheoretischen und entwicklungsbezogenen Fragestellungen auf der Darstellung und Diskussion von fachdidaktischen Konzepten zur Verwendung von KJL im inklusiven Deutschunterricht. Dazu werden ausgewählte Beispiele der KJL auf das jeweilige sprachliche und literarische Lernpotential hin analysiert und kriteriengeleitet reflektiert. Zudem werden neue Entwicklungen im Bereich der digitalen KJL thematisiert und didaktische Ansätze zur Nutzung mehrsprachiger KJL in heterogenen Lerngruppen diskutiert.  

Sprach- und Literaturdidaktik für heterogene Lerngruppen: Literalität im inklusiven Deutschunterricht fördern (SoSe) (1.C.1 b) (Müller-Brauers)

Im Fokus dieses Moduls steht die kindliche Literalitätsentwicklung im Kontext von Heterogenität und Fachdidaktik. Literalität wird dabei medialitätsübergreifend (mündlich-schriftlich) als ein Zusammenspiel sprachlicher und literarischer Wissensbereiche gesehen, das aus unterrichtlicher Perspektive die Relevanz sowohl sprach- als auch literaturdidaktische Konzeptionen betont. Entsprechend behandelt das Modul die kindliche Lese- und Schreibentwicklung sowie die Kompetenzbereiche Sprechen und Zuhören auf der Ebene des Sprach- und Literaturerwerbs und setzt diese mit sprach- und literaturdidaktischen Ansätzen für den inklusiven Deutschunterricht in Beziehung. Ein Schwerpunkt des Moduls liegt entsprechend auf der Frage, ab welchem Entwicklungszeitpunkt und unter welchen Bedingungen (frühe) Literalitätsprozesse in der Mündlich- und Schriftlichkeit initiiert werden und welche Rolle die außerschulische Sozialisation im Erwerbsverlauf spielt. Hier wird insbesondere auf die Rolle der familialen Sprachpraxis und mehrsprachige Entwicklungsverläufe eingegangen. Zudem wird ein Überblick zu Konzepten der Lese- und Schreibdidaktik gegegeben und verschiedene Lehr-Lern-Materialien mit Blick auf die Arbeit mit heterogenen Lerngruppen im inklusiven Deutschunterricht analysiert und diskutiert. Darüber hinaus werden auch literale Lernprozesse in der Mündlichkeit thematisiert und die Bedeutung des Vorlesens in Familie und Unterricht beleuchtet.

Deutsch als Zweit- und Bildungssprache in kulturell diversen Kontexten (Theorieseminar im SoSe & Praxisseminar im WiSe) (1.C. 2 b) (Diroll)

Das Modul nimmt aus linguistischer und unterrichtspraktischer Sicht die Bereiche Mehrsprachigkeit, Spracherwerb und Bildungssprache in den Blick. Dazu werden zunächst unter Einbezug von aktuellen Forschungsergebnissen sprachliche Lernprozesse im Rahmen des Erst- und Zweitspracherwerbs sowie Aspekte von Sprachvariation und sprachlicher Diversität thematisiert und konzeptionelle Unterschiede zwischen Deutsch als Erst-, Zweit-, Fremd- und Bildungssprache erarbeitet. Mehrsprachigkeit und sprachliche Diversität werden zu aktuellen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Beziehung gesetzt und mit Blick auf unterrichtsrelevante Fragen diskutiert. Daran anknüpfend werden didaktische und methodische Aspekte der Gestaltung und Umsetzung von sprachbildenden Lehr-Lernsituationen im Unterricht in den Fokus gerückt.

Ein Schwerpunkt liegt dabei, auch unter Einbezug von fachübergreifenden Überlegungen, auf Sprachenvielfalt und Sprachförderung im inklusiven Deutschunterricht. Hierfür werden ausgewählte Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts der Primar- und frühen Sekundarstufe, wie z.B. Lese- und Textsortenkompetenz, näher beleuchtet und didaktische Konzeptionen mit Blick auf die Arbeit mit heterogenen Lerngruppen erarbeitet. 

Dadurch wird die konkrete Planung und Durchführung eines Unterrichtsvorhabens mit Schwerpunkt Deutsch als Zweit-, Fremd- und Bildungssprache vorbereitet, das im Rahmen des Praxisteils des Moduls umgesetzt wird. Die Erprobung des Unterrichtsvorhabens bietet den Studierenden die Möglichkeit, die zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen und didaktischen Überlegungen praktisch anzuwenden sowie Unterrichts- und Vermittlungserfahrungen zu sammeln und diese zu reflektieren.