Promotionsprojekt: Nutzung von Sonderpädagogischer Beratung in der Schule als Ressource in der SEK I - ein Forschungsprojekt
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1. Fragestellung
Dieses Promotionsvorhaben ist zunächst aus dem eigenen Bedürfnis heraus entstanden, die eigene Arbeit als Sonderpädagogin an einer Integrierten Gesamtschule in der Sekundarstufe I zu systematisieren und zu bewältigen. Dazu habe ich ein Forschungsvorgehen gewählt, welches der Interventionsforschung zuzuordnen ist. Im Unterschied zur Evaluationsforschung befasst sich die Interventionsforschung nicht mit der Bewertung, sondern im Wesentlichen mit der Entwicklung von Programmen.
Das Forschungsprojekt basiert auf der Fallstudie einer Integrierten Gesamtschule. Die Mehrheit der Schüler hatten bei der Einschulung in die Sekundarstufe I gravierende Lese-Rechtschreibschwierigkeiten . Zudem zeigten sie unterschiedlichste Schwierigkeiten im Lernen und Verhalten. Aus den vorherrschenden Reaktionsweisen der Lehrerinnen und Lehrer wurde letztendlich die Lösung in der Abgabe der Verantwortung für die Förderung dieser Gruppe von Schülern an die Sonderpädagogik gesehen. Die sonderpädagogischen Handlungsmöglichkeiten an einer Integrierten Gesamtschule sind allerdings stark eingeschränkt, wenn sich das Professionalisierungsprofil des Sonderpädagogen nicht entsprechend der spezifischen Bedarfslage an einer Integrierten Gesamtschule transformiert und sich dabei für das Kollegium als transparent und anschlussfähig erweist. Die sonderpädagogische Wirksamkeit in der Einzelfallarbeit reicht nicht aus, um eine Akzeptanz (Vertrauen in Effektivität, Finanzierbarkeit...) sonderpädagogischer Kompetenz im Bildungssystem zu erwirken. Mit dem übergreifenden Ziel, allen Schülern den Erwerb tragfähiger Abschlüsse zu ermöglichen, fokussiert das Forschungsvorhaben die folgenden Fragestellungen: Welches Professionalisierungsprofil sollte ein Sonderpädagoge haben, damit er die Anforderungen an einer Gesamtschule erfüllen kann? Wie muss er im Organigramm der Schule eingesetzt werden, um effizient wirksam sein zu können?
2. Methodologie - Überblick über den Forschungsprozess
Ausgehend von den Fragestellungen an die eigene Professionalität, verfolgt meine Begleitung in der Schule das Ziel auf den beiden Ebenen des Schulwesens, dem Unterricht und der Einzelschule als Organisation forschend, entwickelnd und beratend tätig zu sein. Dabei sind diese beiden Systemebenen und die des Bildungssystems in ihrer Wechselwirkung zu sehen. Dabei untersuche ich, inwieweit es gelingen kann durch sonderpädagogische Beratung in einer allgemein bildenden Schule strukturelle Kopplungen zwischen den Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen für gelingende Lernprozesse zu modifizieren. In der Forschungsarbeit werden verschiedene Daten erhoben wie Tagebücher, Feldnotizen, Fragebögen, Testergebnisse. Über die Entwicklung eines Professionalisierungsprofils des Sonderpädagogen und die Analyse der Auswirkung seiner Arbeit im Schulprofil beleuchtet diese Dissertation einen bestimmten Ausschnitt der Schulentwicklungsarbeit.

